Viagra-Generika

Sildenafil: Preisrutsch bei Aliud Patrick Hollstein, 05.05.2014 13:00 Uhr

Berlin - Seit fast einem Jahr sind Viagra-Generika auf dem Markt. Während sich der Absatz mehr als verdoppelt hat, ist der Umsatz nur leicht gewachsen. Denn der Originalhersteller Pfizer war 20 Tage vor Patentablauf selbst mit einem unerwartet preiswerten Alternativpräparat an den Start gegangen. Nach der Markteinführung war Ruhe in der Lauertaxe eingekehrt. Doch zum Monatswechsel hat Aliud die Preise teils massiv gesenkt.

Als 12er-Packung in der Dosierung zu 100 Milligramm kostet Viagra knapp 170 Euro; das Pfizer-Generikum ist mit 50 Euro nur ein Drittel so teuer. Die Produkte anderer Anbieter liegen teils auf Pfizer-Niveau (Ratiopharm, Teva, Stada, Hexal, Juta), teils 10 Euro darunter (TAD, Mibe, Actavis, Hennig, Medac, Uropharm, Winthrop/Zentiva) beziehungsweise 20 Euro darunter (Aristo, 1A). Günstigste Anbieter sind mit rund 24 Euro Mylan dura, AbZ, Basics, Hormosan und Neurax.

Innerhalb dieses weitläufigen Gefüges wechselt Aliud jetzt die Preiskategorie: Statt 40 Euro werden seit Freitag nur noch 33 Euro für die 12er-Packung à 100mg fällig, das ist fast ein Viertel weniger als bislang. Auch bei der 24er-Packung sowie bei den beiden Großpackungen der 50mg-Variante sinkt der Preis um mehr als ein Fünftel. Dagegen bleiben die beiden Größen der 25mg-Variante unverändert, dasselbe gilt für die Kleinpackung à 50mg.

Da Aliud auch jetzt nicht im unteren Bereich landet, rechnen andere Hersteller nicht mit einem generellen Preisrutsch. Vielmehr wird in der Branche vermutet, dass die Stada-Tochter die eigene Preisstrategie korrigiert und wieder näher in Richtung Niedrigpreis rückt. In der Vermarktung hatte das Team von Ingrid Blumenthal versucht, wahrnehmbare Akzente zu setzen: Der Aliud-Hengst ist vermutlich mindestens so bekannt wie der Hexal-Gockel, in den Wartezimmern der Urologen wird die potenzielle Kundschaft mit Chili-Schokolade umworben.

APOTHEKE ADHOC Debatte